Rente wegen Erwerbsminderung

 

Definition:
Die Rente wegen Erwerbsminderung soll den durch die gesundheitlichen Einschränkungen erfolgten Verlust des Einkommens ausgleichen oder zumindest teilweise ersetzen.

Eine Rente wegen Erwerbsminderung ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden:

1. teilweise oder volle Minderung der Erwerbsfähigkeit
Geprüft wird das gesundheitliche Leistungsvermögen. Dabei sind alle Beschäftigungsmöglichkeiten zu berücksichtigen, unabhängig davon, welchen Beruf man erlernt oder ausgeübt hat.

Volle Erwerbsminderung
erhält derjenige, der nur noch eingeschränkt leistungsfähig ist, auf Grund von Behinderung oder Erkrankung.
Und zwar, wenn man nur noch unter drei Stunden täglich arbeiten kann.


Teilweise Erwerbsminderung
Besteht, wenn man noch in der Lage ist, zwischen 3 und sechs Stunden täglich zu arbeiten.


2. Erfüllung einer Wartezeit (Mindestversicherungszeit)
Vor Eintritt in die Erwerbsminderungsrente sind außerdem folgende Voraussetzungen zu prüfen:
Wartezeit = Mindestversicherungszeit von 5 Jahren müssen erfüllt sein.
In den letzten 5 Jahren müssen mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge vorhanden sein.

Die Wartezeit setzt sich aus versch. rentenrechtlichen Zeiten zusammen.

z.B. Beitragszeiten, Zeiten aus dem Versorgungsausgleich; Zeiten aus 400,00 € Jobs; Ersatzzeiten wie
Kriegsdienst, Flucht und Vertreibung.
Die letzten 5 Jahre vor Eintritt in die Erwerbsminderungsrente werden um Zeiten verlängert, in den man nicht
pflichtversichert sein konnte. z.B. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Kindererziehung.


Zeitrente oder Dauerrente
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden grundsätzlich nur für einen befristeten Zeitraum, maximal drei Jahre gezahlt. Auf Antrag können sie wiederholt verlängert werden, spätestens nach neun Jahren ist dann eine Dauerrente zu zahlen.

Eine unbefristete Zahlung kann erfolgen, wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Leistungsminderung behoben werden kann.

Die Rente wegen Erwerbsminderung wird längstens bis zum 65. Lebensjahr gezahlt, dann wird sie als Regelaltersrente weitergezahlt.

Höhe der Rente
Bei voller Erwerbsminderung wird, wie bei einer Altersrente, eine volle Rente gezahlt auf Grundlage aller rentenrechtlichen Zeiten. Liegt der Eintritt der Erwerbsminderung vor dem 60. Lebensjahr wird die verbleibende Zeit rentensteigernd hinzugerechnet.

Bei teilweiser Erwerbsminderung wird nur eine Rente in Höhe der Hälfte einer Vollrente gezahlt.

Rentenabschläge
Bei Renteneintritt vor dem 60. Lebensjahr, werden 10,8 % der Rente gekürzt.

Dieser Abschlag geht bei Rentenbeginn bis zum 63. Lebensjahr stufenweise auf 0 % zurück. Die festgesetzten Abschläge bleiben auch bei einer späteren Altersrente bestehen.

Es gibt jedoch seit dem 16.05.06 ein Einzelfallurteil des Bundessozialgerichts, dass diese Rentenkürzung für gesetz- und verfassungswidrig erklärt hat.